Nachdem
ich morgens um 7.00 Uhr Schukie
angerufen habe und wir im Hotel gefrühstückt haben (Huevos
a la Mexicana) weil das Café Guernica geschlossen hatte, geht
es gegen 8.30 Uhr los. Das Café hat nun doch aufgemacht -
leider für uns etwas zu spät.
Wir fahren los in Richtung Süden und sind beinahe noch 1 Stunde in der Stadt unterwegs. Je weiter wir an den Stadtrand kommen, desto deutlicher ist die Armut der Menschen zu erkennen. Eine der sozialen Nischen der Leute ist das Rufen von Taxis und das Helfen beim Einsteigen.
Gegen
10.40 Uhr erreichen wir unseren ersten Halt bei den Resten des
Texcoco-Sees im Becken von Xalco/Chalco. Die nebenstehende Grafik
stammt aus H.-G. Gierloff-Emden (1970): Mexico eine Landeskunde,
S.146.
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Ende des 13. Jahrhunderts war hier noch eine Seenfläche. Nur die Vulkane ragten darüber hinaus. Die Vulkanketten im Westen und Osten bauen sich seit dem Eozän auf, und auch vom Norden ist das Hochtal abgeschnitten. Daher ging die Entwässerung bis ins Pliozän nach Süden. Im späten Pliozän bildet sich auch im Süden Vulkanismus, der in Richtung Osten fortschreitet, somit wird die Entwässerung unterbunden, und das Hochbecken mit dem ersten See entsteht. Innerhalb des Beckens herrscht ebenfalls Vulkanismus (der Pedregal ist 2000 Jahre alt). |
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Die weiße Farbe der Seesedimente rührt von Salz her. Es handelt sich dabei um Natriumcarbonat (Soda). Im linken Hintergrund des nebenstehenden Bildes ist der Straßendamm mit einem Bus zu sehen. Der See war zu Moctezumas Zeiten an dieser Stelle etwa 3-4 m tief. Die Sedimentschichten erreichen eine Mächtigkeit von maximal 130 m. Unter dem Salz finden sich organische Reste, darunter feinverteilte Algen und kleine Feldspäte (die natürlich nicht organisch sind). Das Material ist geschichtet aber nicht laminiert (keine Jahreszeiten). In einer Tiefe von 35 bis 350 m steht Bims von Ixtaccihuatl und Popocatépetl an. |
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Die Alge in den Seesedimenten ist bekannt für Erdöllagerstätten. Die Seesedimente stellen eine Vorstufe eines Ölschiefers dar (Algenit). Auch an dieser Stelle wurde Chinampa-Farming betrieben. Bei Erdbeben geraten die Sedimente in Schwingung (sie reagieren wie Bingham-Flüssigkeit). Die Wellen erreichen Amplituden von 1 bis 15 m und Wellenlängen bis 100 m. Das ist nicht gut für die Hochhäuser der Stadt. Wenn sie nicht einsturzgefährdet sind, brandet der Boden um sie herum. Kleinere Häuser (6-8 Stockwerke) sind gefährdet. |
Die Sedimente befinden sich in Sackung. Aus dem unterlagernden Bims wird Wasser gepumpt, das nicht nachsickern kann. Es findet eine irreversible Austrocknung statt, die mit Volumenverlusten bis zu 1/3 einhergeht. Es bilden sich große Trockenrisse und schmutziges Wasser dringt von oben nach. Das Einzugsgebiet umfaßt die umliegenden Gebirge und den Siedlungsraum (Probleme mit Cadmium im Wasser). Die Hauptstadt braucht 60 m³/s Wasser.
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Nachdem wir gegen 11.45 Uhr die Stadtgrenze verlassen, ändert sich sofort der Straßenzustand. Die Wege werden schlechter. Von der Straße aus kann man die moderne Form des Chinampa-Farming sehen. |
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12.33 Uhr - Zwischen Chalco und Cuautla kann man einen Vulkan mit Hangrutschungen sehen, nur wenig Minuten später kommt der Iztaccihuatl in das Blickfeld. |
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Eine Stunde machen wir Pause in Amecameca.
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In einem Gasthaus essen
und trinken wir etwas, Cafe con Leche (mit Zimt) und Arroz con
Huevos, Enchiladas ... |
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Nach dem Essen schauen wir uns auf dem Markt um. Beinahe jeder findet dort eine Kleinigkeit an Obst oder Knabberkram zu kaufen, und später im Bus stürzen wir uns begeistert auf die erbeuteten Schätze. |
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Kurz vor der Abfahrt um 14.00 Uhr noch einmal einen Blick über den kleinen Ort, mit seiner Kirche, dem Verkehrsgewühl und dem Berg im Hintergrund. |
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Von nun an geht es in Richtung Popocatépetl.
Geologisch betrachtet ist der
kegelförmige Popocatépetl (Höhe 5442 m) noch ein
Kind. In der Sprache der Nahuatl bedeutet der Name rauchender
Berg. Der Vulkan ist erloschen (behautet
das Buch ;-)), früher bot er herrliche vulkanische
Schauspiele. 1519, als Cortés ins Land kam, brach er aus. War
es ein Gruß, war es Protest? Moctezuma schickte angeblich zehn
Leute zum Gipfel, damit sie den Ausbruch sehen konnten. Lediglich
zwei überlebten diesen Ausflug.
Iztaccíhuatl (Höhe
5286 m) heißt schlafende Frau. Der Gipfel ist etwas
abgeflacht. Eine asphaltierte Straße führt zum Fuß
der beiden Berge. (aus Apa Guides mexico1985, S.23.)
Mehrmals halten wir auf dem Weg um Photos zu machen. In etwa 3000 m Höhe ist einer dieser Photostops an einem Maisfeld, das gerade nachbeweidet wird. Die Bearbeitung des Feldes erfolgt hangparallel und der Boden ist arm an Huminsäuren
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200 Höhenmeter weiter, um
15.00 Uhr, halten wir noch einmal an. Wir befinden uns jetzt in einer
Waldregion.
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Um 15.25 Uhr erreichen wir den Paß zwischen den Vulkanen. Da der Popocatépetl momentan aktiv ist, kann man nicht viel weiter an ihn herankommen. Der Krater hat einen Durchmesser von 700 m. Am Hang des Berges kondensiert Flüssigkeit im Aufwind und bildet eine Wolke, ein Gletscher des Popo ist mit Asche bedeckt.
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Am Ixtaccihuatl liegt eine Station von Vulkanologen. Auf dem Popocatépetl befindet sich eine Funkstation. |
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Zwischen den beiden nahen Vulkanen durchgeblickt, kann man im Osten die Malinche (Bildmitte) und den Pico de Orizaba/Citlaltépetl (rechts) erkennen (auf diesem Bild vielleicht nicht ;-)). |
Der Weg den Paseo wieder hinunter
entwickelt sich zu harter Arbeit für Aurelio, unseren Busfahrer.
Die Straße ist ein Feldweg mit vielen Windungen und Kurven.
Direkt neben dem Weg liegt ein Barranco, eine tiefe Erosionsschlucht.
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Überall am Wegesrand sind Bimse aufgeschlossen, die ihre Herkunft entweder dem Ixtaccihuatl oder dem Popocatépetl verdanken. Bei einem Stop erkunden wir auch die erreichbare Vegetation. |
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Und hier ein Blick die Straße hinunter. |
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Nur wenige Meter weiter findet sich noch ein schöner Aufschluß im Bims. Es wechseln sich helle (weiße, gelbe und rote) Bimse mit schwarzen andesitisch-basaltischen Schlacken ab. Sie stammen von Ausbrüchen des Popocatépetl. Die großen Brocken kommen aus seinem Schlot. |
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Nachdem wir den Paß hinter uns gelassen haben, noch ein Blick zurück auf den Popocatépetl im Gegenlicht (16.35 Uhr) |
Hier geht es nun zu einer Beschreibung des Beckens von Puebla-Tlaxala .
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Gegen 18.00 Uhr erreichen wir Cholula. Der Weg hinunter wurde noch um einiges schlimmer. Im Ort müssen wir erst einmal unser Hotel finden. Es ist das Calli Quetzalcoati Hotel am Portal Guerrero. Es liegt an dem Platz mit der roten Kirche, der Parroquia de San Pedro.
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Nachdem wir uns im Hotel eingerichtet haben geht es einmal durch die Stadt. Einige gehen Klamotten kaufen, andere sehen sich nur um. In einer Sandwichbar (oder etwas ähnliches) trudeln schließlich beinahe alle ein. Beliebt sind Hamburger und Coke. Ich hatte Sandwich con Pollo und auch eine Coke. Wir laufen später noch einmal durch den Ort und beschließen, morgen früh auf die Pyramide zu laufen. Gegen 22.30 sind wir im Hotel zurück. |
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Cholula, ein Vorort von Puebla, war einst eine bedeutende religiöse Kultstätte. Während der Eroberung Mexikos startete hier Cortés, der in Cholula in einen Hinterhalt zu gelangen fürchtete, einen Gegenangriff, der 3000 Menschenleben kostete. Später dezimierte eine Seuche die Stadt, heute ist die einst sehr bedeutende Stadt zu einem verarmten Dorf verkommen. Wohl um den erloschenen Glanz von Cholula wiederzubeleben, wurden an diesem Ort eine Unzahl von Kirchen gebaut. Cholula soll nicht weniger als 365 Kirchen und Kapellen haben, für jeden Tag des Jahres eine andere. Es gibt interessante Bauten darunter, Convento de San Gabriel etwa, mit ihrem schönen 16. Jahrhundert-Tempel und einer großen Kapelle sowie Capilla Real, die der Moschee von Córdoba nachgebaut wurde. Am sehenswertesten ist jedoch das Santuario de los Remedios, eine winzige Kirche, die man auf einem Hügel gebaut hat, der sich bei näherem Hinsehen als eine Pyramide entpuppt. Es ist Mexikos größte Pyramide und mit das ehrgeizigste Bauvorhaben, das je in Angriff genommen wurde. (aus apa guides mexico, 1985, S.146ff)
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Januar 2002
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