diese Seite - nach Perote Mexiko Exkursion - Unterwegs von Cholula nach Perote (1.3.1997)

Um 7.20 Uhr ist es Zeit zum Aufstehen. Um 8.00 Uhr soll es Frühstück geben. Leider klappt das nicht so, wie es gedacht war. Erst um 9.30 Uhr sind wir im Bus.

Gegen 10.00 Uhr kommen wir in Puebla an. Es gibt dort ein Volkswagenwerk . In der Stadt laufen wir eine Stunde umher und sehen uns um. Wir bebriefmarken Karten, und werfen sie ein, gehen in die Kathedrale und zu MacDonalds aufs Klo. Auf dem Zocalo warten wir, bis der Bus wieder da ist, der dort nicht warten konnte.

Beweisphoto auf dem Zocalo

noch einmal Puebla ... aus dem Bus

Gen Osten verlassen wir die 700.000 Einwohner im Kernbereich zählende Stadt. Es wird stetig trostloser auf der Strecke. In den bevorzugten Lagen befinden sich Haciendas. Ackerbau wird unmöglich, weil künstliche Bewässerung unmöglich ist. Zahlreiche, bis zu 20m tiefe Barrancos ziehen sich von der Malinche aus durch die lockeren Tuffe.

Straßenkarte nach Perote

Auf der Karte ist die Lage von Cholula, Puebla, der Malinche, El Seco, Oriental und Perote zu finden. Außerdem markiert sind der Pico de Orizaba und der Cofre de Perote.

Um 11.55 Uhr machen wir einen kurzen Stop. Auf den Hangschuttsedimenten der Malinche (Tuffe) stehen wir und betrachten einen Schlackenkegel mit Steinschlagrinnen und einer Schmelzzunge in Vordergrund. Es handelt sich um den Ceborruco. Der Schmelzzunge ist etwa 15.000 Jahre alt. Der Standort hier ist eine Paßregion zwischen dem Becken von Puebla und dem Becken von Oriental und liegt in 2200 m Höhe. Im vulkanischen, feinkristallinen Gestein sind viele Feldspäte (Einsprenglinge) vorhanden, jedoch nicht mit Zwillingsbildung. Es handelt sich um Plagioklase außerdem finden sich Glimmer (Biotit) und Quarz (sehr klein). Daher wird das Gestein bestimmt als grobkristalliner Andesit.
Da Vegetation vorhanden ist, muß auch Wasser vorhanden sein, wenngleich auch z.T. nur als Tau. Die Luftfeuchtigkeit ist relativ hoch.

Ceborruco Schlackenkegel
Ceborruco

Andesit vom Ceborruco
Andesit vom Ceborruco



Vergletscherungen der MalincheUm 12.30 Uhr kommen wir in der Nähe der Malinche an. Blick zum Berg in Richtung Osten. An geomorphologischen Formen lassen sich vulkanische, glaziale, periglazial und fluviatile Erscheinungen erkennen. Es gab hier Plateauver-gletscherungen, die Gletscher lagen in den Talformen zwischen den Lavazungen. Durch tägliche (mittägliche) Abschmelzungen und bei erhöhtem Schneefall (Zenitalregen) bildeten sich Schwemmfächer. Rezent greifen Winderosion und Wassererosion in der Zenitalregenzeit. Die Erosion findet in den Fußflächen statt, es bilden sich Sammellinien, die sich bei Reliefunterschieden zum Vorfluter zu Barrancos entwickeln. Akkumulation findet in den Beckenlandschaften bei 2300 m Höhe statt. Die Malinche ist Teil des östlichen Randes der Neovolcanico, etwa 80 km vom Pico de Orizaba entfernt. Es finden sich hier überschobene Kalkfalten aus Jura und Kreise (Basin and Range Morphologie), die in N-S-Richtung streichen. Außerdem treten Tuffe, Schmelzen (Andesite und Rhyolite) und Ignimbrite auf. Die Waldgrenze liegt bei 4000 m, darüber finden sich Fjellfluren. Die hier wachsenden Gummibäume sind aus dem Golf importiert.
Auf der Karte ist die Malinche zu sehen. Zusätzlich eingetragen ist der ungefähre Standort, von dem aus wir uns diesen Vulkan angesehen haben. Die Bezeichnungen MI bis MIV stehen für Vergletscherungen. MI: max. Alter von 39.000 Jahren und min. Alter von 26.000 Jahren, MIIAlter ca. 12.100 Jahre, MIII Alter 9-10.000 Jahre und MIV Alter schwer zu bestimmen.

Malinche
Malinche

Pico de Orizaba
Am Horizont taucht im Dunst der Pico de Orizaba auf.


Um 13.40 Uhr halten wir im Becken von Oriental. Hier haben wir, ebenso wie im ehemaligen Texcoco-See, Seesedimente. Es wir extensive Weidewirtschaft betrieben und an exponierten Stellen stapelt sich der Abfall. Rings um die Seenfläche, die im Juni, Juli mit Wasser gefüllt ist, stehen Kalke an. Es herrscht deutlich erkennbar Winderosion. Natrium- und Calciumcarbionate färben die Fläche. Der pH-Wert liegt bei 8. Man kann den Cerro Derumbadas sehen, zu dem wir nachher fahren. Es handelt sich dabei um einen Dom, eine Intrusion.

Cerro Derumbadas
Cerro Derumbadas

Winderosion im Becken von Oriental
Staubwolken durch den Wind im Becken



Um 14.30 Uhr machen wir für 30 Minuten Pause in San Salvador el Seco. Wir decken uns an einer Tankstelle mit Kuchen, Keksen und Chips ein.

San Salvador el Seco
San Salvador el Seco


Um 15.30 Uhr kommen wir an dem Dom, dem Cerro Derumbadas, an.

Yucca und Thuja am Cerro

Auf dem Weg zu Fuß an den Fuß des Doms kommen wir an einigen Bekannten vorbei - Yuccas und Thujas wachsen wild, ebenso Opuntien. Ob es auch Schlangen und Skorpione gibt ?!?
Opuntie

Am Wegesrand, eigentlich handelt es sich dabei um den Beginn eines Barrancos, findet sich ein Aufschluß der Fläche am Fuß der Doms. Es handelt sich hier um Hangschutt und äolisches Material. Es ist somit ein Hangschuttsediment. Wir laufen den Barranco weiter hoch.

Aufschluß Hangschuttsediment

Studies am Rätseln

Am Fuße des Cerro angekommen, beginnen wir, zu rätseln, um was für eine Art Gestein es sich hier handelt. Wir einigen uns auf einen Phonolithen mit Xenoliten, denn das vulkanische Gestein enthält Glimmer, Zeolithe (Feldspatvertreter) und Hornblende Der Phonolith ist SiO2 untersättigt. Und er klingt ganz gut ;-).

Cerro Derumbadas
Nein, es ist wirklich kein Kalk, es ist Phonolith.

Yucca am Wegesrand
Auf dem Rückweg zum Bus kommen wir an noch einer Yucca vorbei.


Wir machen noch einen Stop, nicht weit vom Dom entfernt. Dort können wir Obsidiane finden, die ein Beweis für saure Schmelzen sind. Wenn sich die Schmelze langsamer abkühlt, entsteht daraus Bims. Gegen 17.00 Uhr überqueren wir einen Paß. Die Luftfeuchtigkeit muß dort entschieden höher sein, denn an den Kiefern am Wegesrand hängen Tillandsien (graue, wenn ich das richtig gesehen habe, vielleicht sogar „Spanisches Moos“).

Auf der anderen Seite des Passes, kurz vor Satiua da Fragua ist wieder ein Stop angesagt. Unter einem fadenscheinigen Vorwand werden wir einen Berg hinaufgejagt - und oben erwartet uns eine wunderschöne Überraschung - ein Maar. Von dem Rand des Kraters hat man einen schönen Blick auf Kalkrippen und Schlackenkegel, Kiefern mit Tillandsien, den Pico de Orizaba und hinunter ins Maar.

Kalkrippen
Kalkrippen

Schlackenkegel
Schlackenkegel

Kiefer mit Tillandsien
An den Kiefern hängt „Spanisches Moos“ eine Tillandsie, kein Moos.

Kiefer mit Tillandsien 2

das Maar

Kraterrand und im Hintergund Pico de Orizaba
Auf dem Kraterrand laufen wir umher, und in Hintergrund thront der Pico de Orizaba




Hier kommt ein Exkurs über Tillandsien !!! zu den Tillandsien



Auf der Weiterfahrt kommen wir um 18.08 Uhr an der Laguns di Alcicica vorbei. Auch dieses Gewässer ist ein Maar. Durch Kalkeintrag aus der Luft und Algentätigkeit haben sich Travertine gebildet.

Laguna di Alcicica



der Cofre de PeroteNoch einmal 20 Minuten später kommt der Cofre de Perote in Sichtweite, der Berg, auf den wir morgen hinauf fahren wollen. Gegen 19.00 Uhr kommen wir in Perote an. Unser Hotel dort ist das Valle de Perote. Das Wasser in den Duschen ist heiß, die Zimmer ganz schön. Das Abendessen war dafür ziemlich mies. Jedenfalls für die meisten der anderen. Mein Sandwich mit Pollo war gar nicht so übel. Aber es hat lange gedauert, bis das Essen kam, dann ist das Bier ausgegangen, schließlich waren erst das erste, dann auch das zweite Hauptgericht und das Huhn nicht mehr bestellbar. Zur gleichen Zeit war in dem Hotel auch noch eine Hochzeit, so daß wir 30 Leute nur einen Kellner hatten. Einige von uns tanzen auf der Hochzeit mit und einige von denen kommen erst um halb 3 in die Federn. Es ist auch etwas laut, und nicht ganz einfach zu schlafen. Außerdem ist es mal wieder SAUKALT.

Die beiden Bilder von unserem Zimmer sind um etwa 21.50 Uhr aufgenommen. Da kann man sehen, wie gut es ist, Kordel dabei zu haben.

Zimmer in Perote (mit Wäsche)

Zimmer in Perote (mit Wäsche)



zum nächsten Tag zum Cofre de Perote



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Januar 2002
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