Nach einer kalten Nacht im Hotel del Valle in Perote gibt es um 8.00 Uhr Frühstück, das länger als eigentlich geplant dauert.
Um 9:17 Uhr treffen sich alle am Bus. Das Programm für heute sieht eine Fahrt auf den Cofre de Perote, einen Stratovulkan, vor, und einen Abstecher in die Caldera los Humeros.
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Die nebenstehende Abbildung zeigt die Lage des Ortes Perote, ebenso den Verlauf der Hauptstraße, auf der wir am Vortag von Süden her kamen und der wir am nächsten Tag in Richtung Jalapa folgen werden. Die Abbildung ist leicht verändert und vergrößert aus dem Exkursionsführer, Seite II-2b-b entnommen. Das Mauermuster zeigt mesozoische Kalke, die unterschiedlich großen Punkte (z.B. innerhalb der Caldera) stehen für quartäre Rhyolite, die einzelnen schwarzen Punkt für pliozäne Vulkane und die mit Umrandung dargestellten Vulkane wie der Cofre de Perote für quartäre Vulkane der Transmexikanische Axe. |
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Kurze Zeit später versuchen wir in Perote Wasser zu kaufen - auch wenn es erst so scheint, als gäbe es das hier nicht, finden wir dann doch einige Läden, die solches führen. 20 Minuten später sind wir wieder unterwegs. Noch im Ort verlassen uns die geteerten Straßen und überlassen uns den ungeteerten Wegen. Ein üblicher Weg an Strom heranzukommen, so scheint es, ist es hier das Anzapfen der Hauptleitungen. Zähler sind an den von dort herunter hängenden Drähten aber selten zu sehen. |
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Gegen 9.55 Uhr haben wir den Ortsrand von Perote erreicht. Der Weg führt hier steil nach oben. An Vegetation fallen langnadelige Kiefern, Thuja, Agaven und Laubbäume zwischen den landwirtschaftlich genutzten Flächen auf. Nur 10 Minuten später verschwinden die Laubbäume im Vegetationsbild. Der Bus zieht lange Staubwolken hinter sich her. Um 10.15 Uhr taucht linker Hand in den Kiefernwäldern ein Maisfeld auf und 6 Minuten später fahren wir an mächtigen Bimsaufschlüssen vorbei. Momente später liegt rechter Hand ein tiefer Barranco und zwischen den Kiefern stehen hartlaubige Eichen. |
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Um 10.40 Uhr kommen wir an Getreidefeldern
vorbei. Ja, es sind Getreidefelder, keine Skipisten ;-). |
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Auf dem weiteren Weg nach oben fällt auf, daß die Bäume, darunter sind auch Laubbäume, zusehends mehr mit Flechten, wahrscheinlich Bartflechten, besetzt sind. Es sollen auch Tillandsien darunter sein. Jedenfalls wird deutlich, daß die Luftfeuchtigkeit hier steigen muß. |
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Die ersten Wiesen sehen wir kurz vor
unserem ersten Stop um 11.00 Uhr. Wir sind auf 3080m Höhe (lt.
GPS), und befinden uns 19°52' N, 97°17' W.
Von hier hat man einen schönen Blick zur Golfküste. Der
Boden ist mit gelblicher Asche bedeckt. Bimse hatten wir schon vorher
im Aufschluß gesehen. Die Sortierung der vulkanischen Auswürfe
geschieht z.T. durch Winddrift, wobei das feinere Material länger
in der Luft bleibt.
Wir stehen vor dunklem vulkanischem Gestein.
Es ist ein basischer Andesit (oder ist es ein andesitischer Basalt?).
Es stellt sich dabei die Frage, wie Andesite und Bimse, die ja saures
Gestein sind, zusammen auf einen Vulkan kommen, denn sie stammen
beide vom Cofre de Perote, und nicht von verschiedenen Vulkanen.
Die
Schmelze der hier existierenden Vulkane kommt aus dem oberen Mantel,
aus Tiefen um die 25-35 km. Sie ist sehr heiß, und basisch,
also Gabbro oder Basalt. Diese Schmelze kühlt während des
Aufstiegs ab und differenziert sich. Die dunklen Mineralphasen sinken
ab. Das bewirkt eine Abreicherung von Magnesium, eine
Anreicherung von Aluminium, Natrium und Kalium.
Bei der 1.
Förderung treten wenig differenzierte Laven zutage. Je länger
aber die Differenziationszeit in der Magmenkammer dauert, desto
saurere Schmelzen (Quarze, Gase) werden zunächst gefördert.
Bei geeignetem Nachschub an Schmelze, können später auch
die basischen Schmelzen, die ja nach unten abgesunken sind, gefördert
werden.
Um 11.30 Uhr fahren wir weiter.
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Hier oben liegt noch ein kleiner Ort, in dem Pferde, Schafe, Hunde und Schweine neben den Menschen durch die Gegend laufen. In diesem Bereich wird Ackerbau betrieben. In den Kiefernwald haben sich Tannen gemischt, die in größeren Höhen wieder verschwinden und einem Kiefernwald mit vereinzelten Fichten Platz machen. |
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Kurz vor Mittag kommen wir an einer Schafsweide vorbei. |
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Am Wegesrand ist ein Lahar aufgeschlossen, ein pyroklastischer
Strom, der sich durch abgerundete Steine aller Korngrößen
auszeichnet.
Auf dem Weg den Berg hinan kann man gut den in Wolken liegenden Golf sehen.
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Gegen 12.00 Uhr beginnen die Probleme für den Bus. Die Steigung, gerade in den steilen Kurven wird stellenweise zu groß, so daß eine halbe Stunde später Aurelio streikt. Das Bus fährt nicht weiter. Bei einer Höhe von ca. 3990-4000 m befindet sich ein kleiner Parkplatz. Hier wollen wir uns um 15.00 Uhr wieder treffen, nachdem der Rest des Weges zu Fuß zurückgelegt worden ist. Die Kiefern hier stehen deutlich lückiger, sind z.T. auch niedrigwüchsiger. An den höheren Bäumen hängen viele Bartflechten. |
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Um 12.50 Uhr machen wir eine Messung mit dem GPS: es zeigt eine Höhe von 4015m an. Die Position ist 19°94' N, 097°15' W.
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1 Stunde und 40 Minuten später
kommen auch die letzten am Haus unter dem Gipfel an. Von hier aus
besteht die Möglichkeit, noch etwa 40 m höher über
eine Leiter auf die tatsächliche Spitze zu klettern. Das GPS
zeigt 19°49' N, 97°14'W und 4115 m Höhe. Die Karte aus
dem Exkusionsführer gibt eine Gipfelhöhe von 4280 m an.
Von dem Haus aus kann man eine Inversionsschicht sehen.
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Vom Ortsausgang Perote haben wir bis hierhin 4 Stunden und 30
Minuten gebraucht.
Hinunter geht es schneller. Um 15.20 Uhr sind wir wieder am Bus, um 17.00 Uhr in Perote. Macht 2 Stunden und 30 Minuten.
In Perote wird noch einmal für 15 Minuten ein logistischer Stop eingelegt, dann geht es am Hotel vorbei und vom Süden aus der Hochfläche hinaus in die Caldera. Über den Lavastrom (inder Karte unten gestreift dargestellt) fahren wir in Serpentinen nach oben. Die Laven sitzen der Hochfläche fingerförmig auf. Sie sind etwa 10 m mächtig und 3000 Jahre alt.
Beim Einbruch der Caldera traten zunächst Lavaströme aus, dann stärker dissoziierte Tuffe. Wir kommen zunächst in die Zone der dünnflüssigen Laven mit geringen Mächtigkeiten, dann kommen zähflüssige Laven und schließlich Pyroklastite.
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Auf dem Weg den äußeren Calderarand
hinauf finden sich wieder Kiefern mit Tillandsien (Spanischem
Moos). Weiße Bimslagen wechseln sich hier mit schwazen
Schlacken ab. Weiter oben sind rote Schlacken zu sehen. Diese
sind durch differenziertes Wasser und Eigenoxidation in der
Schlacke durch reaktiven Sauerstoff bei hohen Temperaturen
entstanden. |
Um 18.10 Uhr erreichen wir den Calderarand. Nun führt die
Fahrt in die Einbruchsbecken der Caldera hinunter. Das Gebiet ist
nicht in einem Block eingebrochen, sondern es haben sich mehrere
Schollen gebildet, die in unterschiedlichen Höhen liegen.

Im Bereich der Caldera ist die thermale Tiefenstufe sehr gering. Daher eignet sich das Gebiet zur Gewinnung geothermaler Energie. Um 18.23 Uhr halten wir an solch einer Energiegewinnerungszentrum bei 19°67' N, 97°46' W, keine Höhenangabe möglich. Es werden Brunnen in den Boden gegraben, und mit einem Doppelrohr Wasser hineingepumpt, das als Dampf mit ca. 150°C wieder hinauskommt. Damit werden Turbinen betrieben. In der Caldera sind derzeit etwa 40 Brunnen vorhanden. Die Energie wird bis nach Veracruz und Puebla verschickt. Jedoch sind auch stillgelegte Brunnen zu finden, da die Energiegewinnung über heißen Dampf zu einer allmählichen Auskühlung des Gebietes, zumindest um die Brunnen herum, führt, und dann das Dampf nicht mehr heiß genug ist, um damit wirtschaftlich eine Turbine betreiben zu können.
Ein weiteres Problem was hier auftritt, sind die Schwefelwasserstoffe, die mit dem Dampf in die Atmosphäre gelangen. Sie schädigen die Vegetation innerhalb der Caldera, so daß mit Wiederaufforstungsmaßnahmen begonnen worden ist. Es ist zwar technisch möglich, die Dämpfe zu waschen, aber dazu würde mehr Wasser benötigt werden, als vorhanden ist.
Im Gebiet der Caldera leben heute ca. 1200 Menschen. Die Ortschaften sind nur klein und waren schon da, bevor man wußte, daß dies eine vulkanische Form ist.
In der Caldera ist noch kein neuer Vulkankrater entstanden, aber es ist nicht auszuschließen, daß dies noch geschieht. Um bei Anzeichen dafür gewarnt zu sein, werden Feinnivellements durchgeführt. Der Boden wird sich heben, wenn sich die Magenkammer wieder füllt. Bei Hebung des Gebietes um 1.20 - 1.30 m wird die Evakuierung angeordnet.
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Um 18.43 Uhr, nach dem Sonnenuntergang, fährt uns der Bus
wieder in Richtung Hotel.
Nach dem Abendessen findet die Beerdigung von Bert, dem Luftballon, statt. Er hat die Fahrt den Berg hinunter nicht überlebt.
Inhalt und Design by Andrea
Januar 2002
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