Mexico ist ein Gebirgsland am Nordrande der Tropen. Tieflandgebiete sind auf die randlichen Küstenbereiche beschränkt. Wegen des stark differenzierten Reliefs ist bei der tropischen und subtropischen Breitenlage die vertikale Stufung der Klimate von großer Bedeutung. Die Grenzen der klimatischen Provinzen stimmen vielerorts mit den orographisch bedingten überein. Es gibt vier vertikale Hauptklimaregionen, die in Räumen mit Temperaturverhältnissen ohne Jahreszeiten für die Vegetationsverhältnisse vorwiegend bestimmend sind:
Die Tierra caliente (heiße Zone) reicht vom Meeresspiegel bis zu 700 m und 800 m Höhe bis zur Obergrenze des Kakao-, Vanille- und Coroza-Palmenanbaus. Die Stadt Veracruz z.B. hat 24,8° C mittlere Jahrestemperatur und geringe jahreszeitliche und Tagesschwankungen.
Die Tierra templada (gemäßigte Zone) reicht bis etwa 1600 m und 1700 m Höhe bis zur Obergrenze des Baumwoll-, Zuckerrohr- und Reisanbaus. Jalapa (1399 m ü.d.M.) z.B. hat ein Jahresmittel von 17,6° C und geringe jahreszeitliche und Tagesschwankungen.
Die Tierra fria (kühle Zone) reicht bis zu 4000 m und 4700 m Höhe bis zur Obergrenze der Vegetation. In dieser Zone sind zu unterscheiden: der Bereich von 1700 m bis zur Anbaugrenze (2800 m; an einzelnen Standorten kommt Maisanbau in 3000 m Höhe vor), der Bereich von dort bis zur Obergrenze der Nadelwaldregion (4000 bis 4400 m) und schließlich die Stufe von dort bis zur Obergrenze der Grasflur (4700 m). Ciudad de México z.B. (2240 m ü.d.M.) hat 15,5°C mittlere Jahrestemperatur und 10 bis 15°C Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Mittagstemperaturen von 23°C werden oft gemessen. Toluca (2675 m ü.d.M.) hat 12,6°C mittlere Jahrestemperatur.
Die Tierra helada (Zone ewigen Schnees), die nur auf einigen
Vulkangipfeln vorkommt. Die höchsten Gipfel reichen in
atmosphärische Schichten, in denen rasche Wetterumschläge
möglich sind. [...] Die Massenerhebungen in tropischen Gebieten
bedingen eine höhere Temperatur als in den entsprechenden Höhen
der freien Atmosphäre. Diese Tatsache erklärt eine Reihe
von Besonderheiten im Verlauf der Vegetationsstufen, wenige in der
Tierra caliente als vielmehr im Gebiet der Tierra templada. Es
werden dazu Beispiele angeführt, unter anderem der Verlauf der
oberen Waldgrenze, die von Costa Rica (bei 3100 m) bis zum Hochland
von Mexico (um 4000 m) ansteigt. Im gleichen Sinne lassen sich
geomorphologische Befunde einordnen. Die kaltzeitliche Scheegrenze
wird für Costa Rica zu 3500 m rekonstruiert, während sie
in Hochland von Mexico bei 4000 m oder noch höher zu suchen
ist.
Es gibt regionale Abweichungen vom Schema.
aus Gierloff-Emden (1970), S.69 ff
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Januar 2002
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