Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus L.)

Namen: deut.: Gewöhnliche Kugeldistel, Drüsenblättrige Kugeldistel; frz.: boule azurée, chardon boule; engl.: glandular globe-thistle; niederl.: kogeldistel
Familie: Asteraceae - Korbblütengewächse
Größe: 60 - 180 cm
Blütezeit: Juni bis August

Kugeldistel AspektDie auffällige Kugeldistel ist ein Einwanderer aus den Steppenlandschaften Osteuropas. Die anspruchslose Pflanze ist bei uns in Deutschland ruderal verbreitet, man findet sie gewöhnlich an Wegesrändern, Ufern oder in Brachen.

Die Kugeldistel ist ein Neophyt, also in der Zeit nach 1492 nach Mitteleuropa gekommen (Pflanzen, die vorher kamen, werden als Archaeophyten bezeichnet).

Blätter der Kugeldistel - Ober- und UnterseiteDie Distel hat eine kugelförmige Korbblüte am Ende des weißfilzigen Stengels, von der sich ihr Name ableitet.
Der Gattungsname der Kugeldistel, „echinops“ stammt aus dem Griechischen. „echinos“ bedeutet Igel, „opsis“ Aussehen. Die Blüte sieht also wie ein Igel aus.
„sphaerocephalus“, der Artname, wahrscheinlich ebenfalls aus dem Griechischen, bedeutet „kugelköpfig (sphaera - Kugel; kefalon - Kopf).
Weitere Bedeutungen von Pflanzennamen finden sich in der Botanik-Abteilung der Universität Essen.

Wie man auf der nebenstehenden Abbildung (eingescannte Blätter der Distel) gut erkennen kann, laufen die fiedrig gespaltenen Blätter in Dornen aus und sind zudem dornig gezähnt. Die Unterseite der Blätter (in der Abbildung links) ist ebenso weißfilzig wie der Stengel, wohingegen die Oberseite keinen Filz oder Haare aufweist.

Kugeldistel Blüte, gescannt Sommer 2002Kugeldistel Einzelblüte gescannt Sommer 2002Auf den nebenstehenden Scans von Korb- (links) und Einzelblüte (rechts) der Kugeldistel läßt sich schön erkennen, daß die Blütenköpfe aus röhrenförmigen Einzelblüten zusammengesetzt sind. Die Kugeldistel hat keine Zungenblüten.
Die Einzelblüten sind zweigeschlechtig, d.h. sie haben sowohl Staub- als auch Fruchtblätter. Die fünf Staubblätter haben freie Staubfäden und tragen blaue Staubbeutel. Die Staubbeutel sind, wie links zu erkennen, miteinander zu einer Röhre verklebt. Sie umschließen so den Griffel und entleeren den Pollen in die Röhre. Dieser wird später von den Fegehaaren des nachträglich heranwachsenden Griffels herabgedrückt (dieses System ist typisch für Korbblütengewächse). Die röhrenförmige, weißliche Krone ist fünf-zipfelig. Auf dem Bild rechts ist gut zu erkennen, daß die Einzelblüte von borstenförmigen und häutigen Hüllblättern umgeben ist.

Die markhaltigen Stengel der Kugeldistel dienen Blattschneiderbienen (Megachile genalis) als Nisthöhle, obwohl die Biene eigentlich marklose Sprosse bevorzugt. Die Blüten der Distel sind bevorzugte Nahrungsquelle für Wildbienen. Man kann manchmal sehen, daß sie den blauen Pollen in ihren Pollentaschen haben.


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