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Namen: deut.:
Schwarzer Holunder, Holler, Hollerbusch; frz.: sureau noir; ital.:
sambuco nero; engl.: common elder |
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Neben dem Schwarzen Holunder gibt es in Deutschland
noch den Zwerg-Holunder, eine giftige Staude, und den Roten
Holunder, der entschieden seltener als der Schwarze Holunder
anzutreffen ist. Der Holunderstrauch hat oftmals bogig überhängende Zweige, deren Triebe von graubrauner Farbe mit vielen Lentizellen sind. Das Mark in den Ästen ist weiß (beim Roten Holunder ist es hellbraun). Die Stämme und dickeren Äste haben eine grob längs gefurchte und graubraune Borke. |
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Das Laub erscheint zeitig im Frühjahr (März, April) vor der Blüte. Auf der Zeichnung unten (Rothmaler) sind die gegenständigen Blätter schön zu erkennen. |
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Neben dem "Normalfall" der fünf-zähligen Blüte findet sich in einer Dolde des Schwarzen Holunders auch recht häufig ein Sonderfall, eine vier-zählige Blüte (Scan oben links). Diese eingescannte Blüte befand sich in der gleichen Dolde wie die fünf-zählige daneben. Dieser "Sonderfall" tritt häufig genug auf, um in sämtlichen mir bekannten Detailzeichnungen der Blüten angeführt zu werden. |
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In allen Teilen des Schwarzen Holunders finden sich
harzartige Stoffe. In den Blättern und den grünen
Früchten findet sich ein cyanogenes Glycosid. In den reifen
"Beeren" liegt es nicht mehr vor. |
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In dem unten angeführten Buch meiner ehemaligen Dozentin an der Universität Trier finden sich eine Fülle schöner Rezepte mit Blüten und Früchten des Schwarzen Holunders. Man kann die Blüten beispielsweise in Bierteig ausbacken, aus den Früchten leckeres Mus oder Marmelade kochen. Übrigens gibt es Holundermarmelade auch so zu kaufen - daran kann man sich wirklich gewöhnen. Die Saft der schwarzen Beeren wurde früher verwendet, um Leinentücher (rot, blau oder schwarz) und Haare schwarz zu färben. Auch die Rinde (schwarz) und die Blätter (grün) soll man zum Färben benutzt haben. |
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Der Holunderstrauch ist seit altersher ein
Glücksbringer. Eine germanische Göttin, Holda oder
Holle, hatte ihren Wohnsitz im Holunder und beschützte und
beschenkte die Menschen. Aus diesem Grund wuchs stets ein
kräftiger Holunderstrauch am Bauernhaus, auf das Krankheit
und Leid ferngehalten werden sollten. Der Brauch, der Göttin
unter ihren Wohnsitz Opfer darzubringen wurde während der
Christianisierung verboten, doch auch viele Jahrhunderte später
sollte es Unglück bringen, einen Holunder zu fällen. Der Name des Holunder leitet sich vom
althochdeutschen holuntar ab. Die heilenden Kräfte des Holunders waren schon im Altertum bekannt. In Steinzeitgräbern fand man Holunderbeeren als Grabbeigabe und auch bei den Römern und Griechen galt der Holunder als Heilpflanze. 62 Vogelarten ernähren sich von Früchten des Holunders (nur bei der Vogelbeere sind es mit 63 mehr), einschließlich des Menschen 7 Säugetiere (darunter auch der Baummarder) nutzen die Früchte und ein Heer von Käfern, Fliegen und anderen Insekten nutzen seinen Pollen. Die Sprosse sind für weniger Tiere interessant, einige Blattläuse, Feldhase und Feld- und Rötelmaus sowie 11 Kleinschmetterlingsarten leben auch von ihnen. |
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November 2003
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